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+++ Zweite Verhandlung Stahltarifrunde +++ Giesler: „Wir lassen uns diese Tarifrunde nicht mit einer Einmalzahlung abkaufen“ +++

 

Die zweite Tarifverhandlung für die rund 68.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen – und Stahlindustrie endete heute in Düsseldorf nach zwei Stunden ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung vor zehn Tagen 2100 Euro Einmalzahlung angeboten. Die IG Metall hat dieses Angebot als in Struktur und Volumen völlig unzureichend zurückgewiesen und die Arbeitgeber aufgefordert, ein Angebot vorzulegen, das eine dauerhaft wirkende Erhöhung der monatlichen Entgelte beinhaltet. Dazu waren die Arbeitgeber heute nicht bereit.

 

Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter NRW und Verhandlungsführer: „Wir lassen uns diese Tarifrunde nicht durch eine Einmalzahlung abkaufen. Die Stahlbranche hat seit Monaten volle Auftragsbücher und die Gewinne sprudeln. Darum erwarten die Beschäftigten zu Recht, dass sie angemessen an der guten Geschäftsentwicklung beteiligt und nicht mit einer Einmalzahlung abgespeist werden.“

Giesler machte deutlich, dass die Verärgerung über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber in der Verhandlungskommission groß sei: „Wir haben die Stahlbranche im letzten Jahr mit einem verantwortlichen Krisenabschluss gut durch die Pandemie gebracht. Die Beschäftigten haben teilweise mit Extraschichten ihren Beitrag dazu geleistet, dass jetzt richtig viel Geld in der Branche verdient werden kann. Nun wäre es an der Zeit, dass die Arbeitgeber angesichts der steigenden Inflation mit einer guten Entgelterhöhung soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten übernehmen. Aber da kam heute nichts. Das macht die Beschäftigten gerade angesichts der großen Gewinne wütend“, so der Gewerkschafter.

 

Giesler wies darauf hin, dass die Tarifkommission am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Tarifrunde beraten werde. „Mit dem Angebot einer Einmalzahlung ist die Eskalation des Konfliktes vorprogrammiert. Dafür tragen die Arbeitgeber Verantwortung“, sagte der Verhandlungsführer.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie eine Erhöhung der Monatsentgelte um 8,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, über den Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung verlängert werden.


Im zweiten Jahr der Pandemie wurden in Deutschland wieder deutlich mehr Arbeitskämpfe geführt.

 

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Maikundgebung des DGB / Remscheid 2022

 

"Gemeinsam Zukunft gestalten"!

 



+++ Tarifvertragliche Sonderzahlungen für IG Metall Mitglieder sind rechtens +++

Das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf hat am Donnerstag letzter Woche entschieden, dass die IG Metall tarifvertragliche Sonderzahlungen nur für ihre Mitglieder vereinbaren darf.

Im Dezember 2020 hat die IG Metall mit der Outokumpu Nirosta GmbH einen Tarifvertrag zur Corona-Sonderzahlung geschlossen. Ende Dezember 2020 wurde die Sonderzahlung in Höhe von 300 € netto ausgezahlt. Einen Anspruch darauf hatten laut Tarifvertrag alle Beschäftigten der Outokumpu Nirosta GmbH, die Mitglieder der IG Metall sind.

Bereits im August 2021 hatte das Arbeitsgericht Krefeld Klagen von zwei Mitarbeitern, die keine Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall sind, aber dennoch diese Sonderzahlung beanspruchten, abgewiesen. Diese Entscheidung wurde nun vom Landesarbeitsgericht bestätigt.

Das Landesarbeitsgericht sieht in der Zahlung der € 300,- keine unzulässige Beeinträchtigung der Willensfreiheit der Mitarbeiter, in eine Gewerkschaft einzutreten bzw. nicht auszutreten (negative Koalitionsfreiheit). Es sei auch keine unzulässige Beeinträchtigung der „Gegnerfreiheit“; der Arbeitgeber hat seine Neutralitätspflicht nicht verletzt. Zudem müsse der Arbeitgeber wegen der im Tarifvertrag enthaltenen Stichtagsregelung für die Gewerkschaftszugehörigkeit eben gerade nicht Nicht-Organisierte gleichbehandeln; es liegt auch keine Ungleichbehandlung von Mitarbeitern vor.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW begrüßt dieses Urteil: „Diese Entscheidung hat über den konkreten Fall bei Outokumpu eine große gewerkschaftspolitische Bedeutung. Die IG Metall schließt Tarifverträge nur für ihre Mitglieder ab. Durch ihr Engagement und ihre Mitgliedsbeiträge sorgen sie für unsere gewerkschaftliche Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit. Darum ist es nur gerecht, dass ein Teil dessen, was sie erkämpfen, auch nur ihnen gehört und Trittbrettfahrer nicht davon profitieren.“

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